Der Budgetvoranschlag für 2026 wurde am Freitag, 28. November, im Gemeinderat angenommen. Konsequentes Sparen hält die Stadt Villach auch in herausfordernden Zeiten auf Erfolgskurs. Es gibt keine neuen Schulden.
Der Gemeinderat der Stadt Villach hat heute, Freitag, den Budget-Voranschlag von Finanzrefe-rent Bürgermeister Günther Albel für das Jahr 2026 mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grünen angenommen. „Es ist uns gelungen, die Neuverschuldung auf Null zu stellen. Trotzdem stehen wir verlässlich an der Seite von Menschen und Wirtschaft“, sagt Albel. Er nennt den Voranschlag „in Zeiten von Rekordinflation und österreichweit sinkender Wirtschaftskraft“ einen „spektakulären Kraftakt zum Wohle Villachs“. Bewältigen musste ihn die Stadt im Alleingang - mit Hilfe eines konsequenten Sparprogramms. „Was wir gelernt haben: Von Bund und Land Kärnten ist in den nächsten Jahren wohl keine Hilfe zu erwarten.“
Wichtigste Kennzahl für das kommende Jahr: Die Stadt Villach wird erstmals seit zehn Jahren keine Netto-Neuverschuldung haben. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts war dies erst sechs Mal der Fall. In Summe werden Einnahmen von 283,5 Millionen Euro und Ausgaben von 295,6 Millionen Euro ein Minus von 12,1 Millionen Euro ergeben. Das ist eine Verbesserung um 1,6 Mil-lionen Euro zum Voranschlag 2025.
24,5 Millionen Euro für Investitionen – plus ein Sonderprojekt
Für Investitionen (ohne „Altlastensanierung Auenpark“, siehe Erklärung auf Seite 2) werden zu-sätzlich 24,5 Millionen Euro bereitstehen. Das ist weniger als in den Jahren davor. „Der enorme Spardruck hat Konsequenzen: Wenn kaum Geld zur Verfügung steht, können wir es auch nicht ausgeben“, sagt Albel. Dennoch sei es gelungen, den Bürger:innen der Stadt und der regionalen Wirtschaft stark und verlässlich zur Seite zu stehen. „Wir werden auch 2026 hunderte Ver-eine mit insgesamt 4,4 Millionen Euro an Subventionen unterstützen. Damit honorieren wir wichtige Arbeit für die Gesellschaft. Gleichzeitig arbeiten wir konsequent an unseren Großprojekten weiter.“ Albel nennt die neue Markthalle am Kaiser-Josef-Platz, die zweite Eisfläche bei der Stadthalle und die geplanten Stadtentwicklungsviertel beim Westbahnhof und beim Landeskrankenhaus. Hinzu kommt die Altlastensanierung der Deponie Auenpark: 400.000 Kubikmeter Hausmüll sollen entsorgt und das versiegelte Areal in wertvolle Wirtschafts-Expansionsfläche umgewandelt werden. Dieses Projekt führt zu einer Besonderheit im 2026er-Budget: Es wird zwar nur zu einem kleinen Teil von der Stadt Villach finanziert, ist aber aufgrund der Abwicklungs-Formalitäten im Voranschlag zur Gänze einnahmen- und ausgabenseitig abzubilden.
Auch Villachs Infrastruktur wird verbessert: 2026 werden für Straßensanierungen und Radweg-Verbesserungen in Summe rund 6,4 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Neuerungen bei Sozialleistungen
Zu den größten Themen im Budget gehört der Bereich „Soziales“. In Summe fließen hier 41,9 Millionen. Neue Projekte betreffen etwa „Housing First“, mit dem Menschen in Wohnnot zu einem Neustart verholfen wird. Mit „Villach hilft“ wird zudem ein Fonds eingerichtet, der - zusätz-lich zu vorhandenen Angeboten - Menschen in schwierigen Situationen unterstützen soll. Der Fonds ist mit 100.000 Euro dotiert.
Dass die Stadt Villach das Budget 2026
ohne Netto-Neuverschuldung bestreiten wird können, hängt eng mit dem sogenannten
ViFit-Programm zusammen. Dabei erarbeiten Mitarbeiter:innen des Magistrats seit Jahren Spar- und Optimierungsvorschläge. Diese Ideen und eine Nulllohnrunde (2022) leisten einen Beitrag im Wert von rund zehn Millionen Euro. „Mein Dank gilt Allen, die sich an diesem Programm beteiligt haben“, sagt Albel. Auch die Photovoltaik-Offensive der Stadt zeige Erfolge: Die Energiekosten werden 2026 um knapp zehn Prozent auf zwei Millionen Euro sinken. „Das Traurige an diesen Erfolgen? Wir finanzieren damit nur die stark steigenden Pflichtabgaben an das Land Kärnten. Uns selbst bleibt von unseren Sparmaßnahmen de facto nichts.“ Das ehrgeizige Ziel sei dennoch, bis 2030 wieder ausgeglichen zu budgetieren. „Das Jahr 2026 ist auf diesem Weg ein großer Schritt.“
Budgetvoranschlag 2026
Budgetvolumen: 320,1 Millionen Euro (inklusive „Mülldeponie Auenpark“ sind es 358,3 Millionen Euro)
Davon für Investitionen: 24,5 Millionen Euro (sowie weitere 38,2 Millionen Euro für das Projekt „Mülldeponie Auenpark“)
Netto-Neuverschuldung: null
Ertragsanteile vom Bund: 110,1 Millionen Euro
Verpflichtende Abgaben an das Land Kärnten: 71,3 Millionen Euro
Kommunalsteuer: 48,3 Millionen Euro (2025: 48,0 Millionen Euro) Ausgaben für Soziales: 41,9 Millionen Euro
Ausgaben für Bildung: 36,2 Millionen Euro
Personalkostenanteil am Budget: 22,2% (2025: 22,8%)
„Kelag-Fonds“: 42,6 Millionen Euro (Stand 31.10.2025)
Nicht überwälzbare Schulden: 97,5 Millionen Euro
Pro-Kopf-Verschuldung: 1740 Euro (2025: 1747 Euro)
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