Das Abwasser der Villacher KlĂ€ranlage wird kĂŒnftig erhitzt und in das FernwĂ€rme-Netz eingebracht. Damit bleibt der Gasanteil auch weiterhin bei nur zehn Prozent - ein extrem niedriger Wert. Das nachhaltige Projekt wird von der Kelag Energie & WĂ€rme umgesetzt.
Mit einem Gasanteil von nur zehn Prozent gehört Villachs FernwĂ€rme-Netz zu den nachhaltigsten in Ăsterreich. Die rund 90 Prozent WĂ€rme aus erneuerbaren Quellen speisen sich vor allem aus Biomasse und industrieller AbwĂ€rme. Nun kommt eine weiteres Standbein dazu: KĂŒnftig wird die "Kelag Energie & WĂ€reme" das Abwasser der Villacher KlĂ€ranlage in das FernwĂ€rme-Netz einbinden.
Effizientes Erhitzen
Technisch funktioniert das so: Das Wasser kommt mit 10 bis 20 Grad, je nach Jahreszeit, aus der KlĂ€ranlage heraus. Dort werden eigene Pumpen kĂŒnftig das Wasser auf rund 75 Grad erhitzen. Dieses Wasser wird dann ins FernwĂ€rme-Netz eingebracht. FĂŒr das Erhitzen muss deutlich weniger Energie aufgewendet werden als am Ende FernwĂ€rme entsteht - und diese Differenz macht den Prozess ökologisch und ökonomisch wertvoll.
Vorbildlich nachhaltig
"Villachs FernwĂ€rmesystem ist schon jetzt vorbildlich nachhaltig", sagt BĂŒrgermeister GĂŒnther Albel, "mit dieser innovativen Technik wird dies auch in Zukunft so bleiben." Villach sei ein besonders gutes Beispiel dafĂŒr, wie der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien gelingen kann, sagt Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag, bei der PrĂ€sentation des neuen Projekts im Rahmen einer Pressekonferenz. "Vor rund 20 Jahren wurde nahezu der gesamte FernwĂ€rmebedarf in Villach mit Erdgas gedeckt. Nach einer strategischen Neuausrichtung stammen heute 90 Prozent der genutzten FernwĂ€rme aus erneuerbarer Energie". Dies sei umso bemerkenswerter, alssich der FernwĂ€rmeabsatz in Villach seither durch konsequente Ausbauten und Investitionen mehr als verdreifacht habe.
Millionen Liter Heizöl eingespart
Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Baubeginn soll 2027 sein, fĂŒr das Jahr darauf ist die Inbetriebnahme vorgesehen. Die Kosten in der Höhe von rund neun Millionen Euro werden von der Kelag Energie & WĂ€rme getragen. Die Gesamtinvestitionen der Kelag in Villach in den kommenden Jahren entsprechen einer Menge von rund 2,5 Millionen Liter Heizöl, die nicht mehr verbrannt werden mĂŒssen.
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