Ein Teil der alten Siedlung im Villacher Stadtteil Neue Heimat ist bereits modernisiert. Für die restliche Sanierung ergeben sich nun neue Möglichkeiten. Das erfuhren die Mieter:innen bei einer Info-Veranstaltung.
Bei einer Info-Veranstaltung gestern, Montag, wurden die Mieter der Kanaltaler Siedlung im Stadtteil Neue Heimat über die nächsten Sanierungs-Schritte aufgeklärt. Anwesend waren Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig, Bürgermeister Günther Albel sowie die LWBK-Geschäftsführer Harald Repar und Wolfgang Ruschitzka. Wichtigste Botschaft: Der Großteil der Anlage kann erhalten bleiben. Einen vollständigen Abriss der Siedlung, wie von manchen befürchtet, wird es nicht geben.
Bessere Bausubstanz schafft Möglichkeiten
Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens schaffen die 165 geförderten Mietwohnungen in den sechs bereits fertiggestellten Neubauten Spielraum für die nächsten Maßnahmen. „Sie geben uns etwas Luft“, sagt LWBK-Geschäftsführer Harald Repar. Denn verbindliches Ziel sei natürlich nicht nur, die Nachkriegswohnungen zu modernisieren, sondern gleichzeitig auch die Zahl der Mietwohnungen zu erhöhen. Der wachsende Standort Villach erfordere dies. Zweitens hätten technische Analysen gezeigt, dass die Bausubstanz der verbliebenen Häuser besser sei als jene der bereits vor Jahren entfernten Gebäude. Deshalb könne mit Leichtbau-Aufstockungen und Anbauten gearbeitet werden. Baubeginn soll 2028 sein.
LHStv.in Gaby Schaunig: „Ich freue mich sehr, dass eine Lösung gefunden werden konnte, die dem wichtigsten Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner Rechnung trägt: dem Erhalt der ursprünglichen Siedlungsstruktur mit den innen liegenden Grünflächen. Die Weiterentwicklung der Kanaltaler Siedlung war notwendig geworden, weil einige der Wohngebäude nicht mehr sanierbar waren. Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern wurde der Entwicklungsprozess „Quartier und wir“ aufgesetzt, der mittlerweile als Goldstandard für die Erneuerung bestehender Siedlungen gilt und auch über die Wohnbauförderung des Landes gefördert wird.“
Bürgermeister als Vermittler
Die Modernisierung und Verdichtung der Kanaltaler Siedlung sorgt seit Jahren für zum Teil hitzige Diskussionen. Kritiker werfen der LWBK vor, Bestandsgebäude zu leichtfertig abgerissen zu haben. Die schlechte Bausubstanz habe jedoch keine andere Wahl gelassen, entgegnet die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft. „Als Bürgermeister kann ich so einen Konflikt nicht einfach übergehen. Auch wenn die Stadt Villach hier nicht selbst baut und nicht unmittelbar zuständig ist, war es mir ein echtes Anliegen, gemeinsam mit LHStv.in Schaunig die Rolle als Vermittler einnehmen“, sagt Bürgermeister Günther Albel. Mit Erfolg, denn das Gesprächsklima habe sich seither deutlich verbessert.
Verbesserte Kommunikation
Alle Beteiligten hätten aus dem Projekt und seinen Konflikten gelernt. „Seit mittlerweile acht Jahren kommunizieren wir unsere Projekte besser – etwa mit laufend aktualisierten Infopoints“, sagt LWBK-Geschäftsführer Harald Repar.