Die Stadt Villach konnte im Vorjahr das prognostizierte Budget-Minus von 17,2 Millionen Euro auf nur 600.000 Euro reduzieren. Im Personal- und Sachleistungsbereich ist es mit einem Kraftakt gelungen, knapp 10 Millionen Euro einzusparen. Mit 37,2 Millionen Euro investierte die Stadt als regionaler Wirtschaftsmotor mehr als in den vergangenen 20 Jahren.
Die Stadt Villach hat das Geschäftsjahr 2025 viel besser bewältigt, als zunächst erwartet: Das im Herbst 2024 vom Gemeinderat mit großer Mehrheit angenommene, prognostizierte Nettoergebnis von minus 17,2 Millionen Euro wurde auf einen Minimal-Abgang von nur 600.000 Euro reduziert. Der Rechnungsabschluss wurde heute, Freitag, vom Villacher Gemeinderat zur Kenntnis genommen.
„Wir befinden uns in einer herausfordernden Zeit, in der enorme externe Kräfte auf unser Budget einwirken: Inflation, Krieg und wirtschaftliche Unsicherheit haben auch für öffent-liche Haushalte massive Folgen“, sagt
Finanzreferent Bürgermeister Günther Albel. „Dass es uns dennoch gelungen ist, das Geschäftsjahr deutlich über den Prognosen abzuschlie-ßen, ist vor allem das Ergebnis intensiver Sparanstrengungen.“ Größter Brocken waren Kürzungen von fast 10 Millionen Euro bei Personalkosten und Sachaufwand. So wurde der Stellenplan des Magistrats in nur einem Jahr um zwölf „Vollzeitäquivalente“ reduziert.
Starke Investitionen in den Standort Villach
Gleichzeitig blieb die Stadt ein verlässlicher Wirtschaftsmotor: Bemerkenswerte 37,2 Millio-nen Euro wurden in den Standort investiert – mehr als in den 20 Jahren davor (Durch-schnitt: 17 Millionen Euro). Auch das dynamische Vereinsleben wurde mit stabilen Subven-tionszahlungen gefördert. Wie sehr aber die Rekordinflation der vergangenen Jahre der Wirtschaft zusetzt, zeigt die Entwicklung der Kommunalsteuer, die von Betrieben an die Gemeinde entrichtet wird: Das Plus von 3,7 Prozent ist das niedrigste seit fünf Jahren. In Summe sanken die gemeindeeigenen Einnahmen sogar um 1,3 Millionen Euro.
Stark gestiegen sind hingegen die Ausgaben für verbesserte gesellschaftliche Rahmenbe-dingungen: Im Kindergartenbereich, wo die Stadt in den kommenden zwei Jahren erstmals eine Angebotsabdeckung von 100 Prozent erreichen wird, beträgt der Abgang bereits zwölf Millionen Euro. Für den Öffentlichen Verkehr wurden 6,8 Millionen Euro ausgegeben, da-von sind nur 4,1 Millionen Euro durch Einnahmen gedeckt. „Optimierungen der Lebensum-stände sind immer mit Ausgaben verbunden. Der Balanceakt zwischen Nutzen und Kosten ist uns aber trotz widriger Umstände gut gelungen“, sagt Bürgermeister Albel.
Wichtige Investitionen
Zu den kräftigsten Investitionen zählen die Generalsanierung der einstigen Richard-Wag-ner-Schule („Bildungscampus - Am Stadtpark“, 9,1 Millionen Euro), die Zufahrtstraße für die neue, fast 400 Millionen Euro teure Großkaserne in der Oberen Fellach mit künftig mehr als 1000 Soldat:innen vor Ort (7,6 Millionen Euro), strategische Grundankäufe um 5,9 Millionen Euro, zahlreiche Photovoltaik-Anlagen inklusive Freifläche in Zauchen (2,7 Millio-nen Euro), Kanalsanierungen (eine Million Euro) sowie Gartenflächen und Entsiegelungen (664.000 Euro) und Hochwasserschutz (346.000 Euro).
Der Bereich „Soziales und Krankenanstalten“ nimmt mit 68,3 Millionen Euro den größten Anteil im Budget ein. Die Personalkosten belaufen sich hingegen nur auf 21,8 Prozent. Das ist, wie 2024, der niedrigste Anteil seit vielen Jahren und einer der besten Werte aller öster-reichischen Städte. „Wir haben sparsam gewirtschaftet. Mein Dank gebührt der Beleg-schaft, die mit ihren Vorschlägen im rathausinternen Effizienzprogramm ViFit wertvolle Ideen geliefert hat“, sagt Albel.
Schuldenabbau und Vermögensaufbau
Nach schwierigen Jahren, in denen die Stadt ihre Rolle als Wirtschaftsmotor erfolgreich wahrgenommen hat, stehen die nächsten Jahre im Zeichen der Budgetpflege: Der Schul-denstand wird reduziert. Bereits heuer gibt es keine Netto-Neuverschuldung. Derzeit be-trägt die Summe der nicht überwälzbaren Schulden 93,6 Millionen Euro. Das entspricht Werten der Budget-Jahre 2000 bis 2010. Diesen Schulden stehen ein Fondsvermögen von 41,6 Millionen Euro (plus 6,2 Prozent zu 2024) und ein Sachanlagevermögen von 539,1 Millionen Euro gegenüber, das im Vorjahr um 26,7 Millionen Euro vermehrt worden ist.
RECHNUNGSABSCHLUSS 2025
- Einnahmen: 294,6 Millionen Euro
- Ausgaben: 295,2 Millionen Euro Nettoergebnis vor Rücklagen: minus 0,6 Millionen Euro (Prognose: -17,2 Millionen Euro)
- Investitionen: 37,2 Millionen Euro
- Fondsvermögen (31.12.2025): 41,6 Millionen Euro
- Sachanlagevermögen: 539,1 Millionen Euro (plus 26,7 Millionen zu 2024)
- Nicht überwälzbare Schulden: 93,6 Millionen Euro
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