Villachs Stadtzentrum soll noch grüner werden. Daher hat die Stadt 2022 beschlossen, eine sogenannte Grüne Achse durch die Innenstadt zu errichten. Vom Hauptbahnhof bis zum Stadtpark soll eine durchgehende Allee entstehen. Der allererste Hauptplatz-Baum wurde im März 2023 gepflanzt. In zweite weiteren Etappen - im Frühling 2024 und 2025 - folgten weitere neun Bäume. In Summe wird sich das Projekt „Grüne Achse“ über mehrere Jahre ziehen. Es ist Teil einer systematischen Begrünung des Innenstadtbereichs.
mehr erfahrenmehr erfahren: Grüne Achse quer durch Villach
Mit einer Patenschaft für einen Baum oder eine Parkbank in Villach kann man ein sichtbares Zeichen für Lebensqualität, Klimaschutz und ein gepflegtes Stadtbild setzen.
Die Stadt Villach betreut auf öffentlichem Gut - in Parkanlagen und entlang von Straßen - ca. 8.000 Bäume, für deren Erhaltung, Pflege und Sicherheit die Abteilung Stadtgrün verantwortlich ist.
Dazu kommen noch Bäume in den Kindergärten, Schulen, Sportplätzen, Bädern, Friedhöfen und Liegenschaften. Für diese Bäume sind die jeweiligen Abteilungen zuständig, die Pflege wird aber meist an die Abteilung Stadtgrün beauftragt.
Rund 1300 Bäume wurden neu gepflanzt
In den vergangenen Jahren wurden in Villach rund 1300 große Bäume gesetzt. Direkt in der Innenstadt, in Parks, auf Kinderspielplätzen und Friedhöfen wurden die Schattenspender gepflanzt, zudem wurden neue Alleen angelegt. Teils benötigen die Bäume noch etwas Zeit, bis sie endgültig im Stadtbild wahrgenommen werden.
Baumbestand
Der Baumbestand einer Stadt ist ein höchst wertvolles Gut und erfüllt vielerlei Funktionen. Gerade im dicht verbauten Stadtgebiet vermittelt der Baum Wohlgefühl und Ästhetik, aber auch viele andere Funktionen, die wir nur zum Teil bewusst wahrnehmen:
- Gestalterische, architektonische und städtebauliche Funktion
- Psychologische Funktion
- Sauerstoffproduktion: Eine ausgewachsene, ca. 100 Jahre alte Buche kann an einem einzigen Tag eine Menge von 18 kg Kohlendioxid verarbeiten und damit 13 kg Sauerstoff produzieren. Dies deckt den Sauerstoffbedarf von etwa 10 Menschen.
- Kleinklimatische Funktion durch Beschattung und Temperaturausgleich und Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung.
- Lufthygienische Funktion durch Staubbindung
- Ingenieurbiologische Funktion durch Sicht-, Blend und Lärmschutz
- Ökologische Funktion als Lebensraum für Fauna und Flora
- Pädagogische Funktion, Erlebnisraum für Kinder
Wirtschaftlicher Wert
Der Wert der Straßenbäume der Stadt Villach erreicht zusammen gerechnet einen zweistelligen Millionenbetrag in Euro. Dies macht deutlich, dass neben den ökologischen, ästhetischen und sozialen Gesichtspunkten auch der wirtschaftliche Kapitalwert, der in den Bäumen verborgen liegt, geeignete Maßnahmen zur Erhaltung von städtischen Bäumen erfordert.
Schutz der Bäume
Die Stadt Villach verfügt über keine Baumschutzverordnung, trotzdem ist der Abteilung Stadtgrün der Schutz des Baumes aus oben genannten Gründen ein großes Anliegen. Die Abteilung Stadtgrün überwacht die Einhaltung der Gesetze und Normen (ÖNORM L1121) bezüglich des Schutzes von Gehölzen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen, denn gesunde und unverletzte Bäume leben länger und verursachen geringere Kosten in der laufenden Pflege.
Baumfällung
Die Stadt Villach ist bestrebt, alle Bäume so lange als möglich gesund zu erhalten. Zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit oder aufgrund von Bautätigkeiten kann es aber auch notwendig sein, Bäume ganz zu entfernen. Der Stadtbaum hat heutzutage eine durchschnittliche Lebenserwartung von 50 bis 70 Jahren. Die Abteilung Stadtgrün fällt jährlich ca. 130 Bäume und pflanzt diese auch nach. Bei einem Gesamtbaumbestand von 8000 Bäumen entspricht das einem Prozentsatz von 1,62%. Durchgerechnet folgt daraus, dass nach ungefähr 62 Jahren einmal der gesamte Baumbestand ausgewechselt wird, wodurch auch für die Zukunft eine Stadt mit Altbäumen gesichert ist.
Naturschutzbäume
22 Einzelbäume und 2 Baumgruppen sind in der Stadt Villach als Naturdenkmale ausgewiesen und unterliegen einem speziellen Schutz. Die Pflege und Erhaltung dieser Bäume erfolgt im Zusammenarbeit mit der Abteilung Natur- und Umweltschutz, der Naturschutzabteilung des Landes und der Arge Naturschutz.
547 neue Straßenbäume
Insgesamt verfolgt die Stadt Villach eine konsequente Strategie zur Begrünung des öffentlichen Raums – und das nicht nur auf dem Hauptplatz. In den vergangenen Jahren wurden neben Ersatzpflanzungen kontinuierlich neue Bäume gepflanzt – auch an Standorten, an denen zuvor keine Bäume wuchsen. Insgesamt wurden in den letzten fünf Jahren 547 neue Straßenbäume, 203 Bäume auf Friedhöfen und 104 Obstbäume gepflanzt. In Summe beläuft sich die Zahl der Neupflanzungen in diesem Zeitraum auf rund 1.100 neue Hochstammbäume.
Herausforderung Klimawandel
Längere Hitzeperioden, geringere Niederschläge und zunehmender Trockenstress erfordern nicht nur ein Umdenken bei der Auswahl von Baumarten, sondern auch beim Pflegeaufwand. Die Gießintensität im Sommer muss erhöht werden, Jungbäume benötigen über Jahre hinweg gute Betreuung um anzuwachsen. Dies verursacht einen Mehraufwand an Personal, Wasser und Fahrzeugbedarf. Denn klar ist: Stadtbäume sind längst keine Dekoration mehr – sie sind ein zentrales Element moderner Klimawandelanpassung.
Aktion "Auwaldzwerge": Vom Zwerg zum Riesen!
Am Villacher Wasenboden stehen unsere beeindruckenden Auwaldriesen. Die mächtigen Silber-Weiden sind nicht nur markante Naturjuwele, sondern auch wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Mit dem Projekt „Auwaldzwerge“ wird dieses einzigartige Naturerbe weitergegeben. Denn jeder große Baum beginnt einmal als kleiner Steckling.
Die Besonderheit der Villacher Auwaldriesen
Die Villacher Auwaldriesen sind weit mehr als beeindruckende Bäume. Sie zeichnen sich durch eine Reihe besonderer Eigenschaften aus:
- Beeindruckende Größe und hohes Alter: Einige der Silber-Weiden am Wasenboden prägen seit Jahrzehnten das Landschaftsbild und zählen zu den markantesten Bäumen
- Königinnen der Au: Die Silber-Weide (Salix alba) gehört zu den größten und ökologisch wertvollsten Baumarten einer Au
- Spezialisten des Lebensraums Au: Dank ihres besonderen Wurzelsystems überstehen Silberweiden selbst längere Überflutungen und sind perfekt an Flusslandschaften angepasst.
- Hotspots der Artenvielfalt: Alte Weiden bieten Nahrung, Brutplätze und Rückzugsräume für zahlreiche Insekten-, Vogel- und Fledermausarten.
- Wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber: Die frühen Weidenkätzchen liefern Bienen und anderen Insekten bereits im Frühjahr dringend benötigte Nahrung.
- Erstaunlich widerstandsfähig: Selbst nach Sturmschäden oder dem Abbrechen großer Äste können Silber-Weiden oft erneut austreiben und weiterwachsen.
- Natürliche Klimaschützer: Große Bäume speichern Kohlenstoff, spenden Schatten und tragen zur Kühlung ihrer Umgebung bei.
- Lebendige Zeugen der Auwaldgeschichte: Sie erinnern an die einst weitläufigen Drauufer-Auwälder und bewahren ein Stück ursprünglicher Villacher Naturlandschaft.
- Baum voller Geschichten: Seit Jahrhunderten gilt die Weide als Symbol für Lebenskraft, Erneuerung und Anpassungsfähigkeit.
Diese Eigenschaften machen die Villacher Auwaldriesen zu einem einzigartigen Naturerbe, das es zu erhalten und für kommende Generationen zu bewahren gilt.
Projekt „Auwaldzwerge“: Vom Zwerg zum Riesen
Mit dem Projekt „Auwaldzwerge“ bringt die Stadt Villach die nächste Generation der Villacher Auwaldriesen zu den Menschen. Um das wertvolle genetische Erbe dieser außergewöhnlichen Silber-Weiden für die Zukunft zu bewahren, wurden junge Bäume durch vegetative Vermehrung gezogen. Die sogenannten Auwaldzwerge sind direkte Nachkommen der markanten Silber-Weiden am Wasenboden und tragen deren ursprüngliches Erbgut in sich. Mit ihrer Weitergabe an interessierte Bürgerinnen und Bürger wächst das Naturerbe der Villacher Auwälder weit über seinen ursprünglichen Standort hinaus in Gärten und Grünräume der Stadt.
Die Auwaldzwerge sind kostenlos bei der
Abteilung Stadtgrün der Stadt Villach erhältlich. Die Ausgabe erfolgt solange der Vorrat reicht.
Pflanzen Sie Zukunft!
Schenken Sie einem Auwaldzwerg ein Zuhause und werden Sie Teil der nächsten Generation der Villacher Auwaldriesen!
Pflanzanleitung für Ihren Auwaldzwerg
Damit sich Ihr Auwaldzwerg gut entwickelt und zu einem stattlichen Baum heranwachsen kann, beachten Sie bitte folgende Hinweise:
- Geeigneten Standort wählen: Silber-Weiden bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. Da sich aus dem kleinen Steckling im Laufe der Jahre ein großer Baum entwickeln kann, sollte ausreichend Platz zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen, Leitungen und anderen Gehölzen eingeplant werden.
- Pflanzloch vorbereiten: Heben Sie ein Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so breit und etwas tiefer als der Wurzelballen ist. Lockern Sie den Boden im Pflanzloch gründlich auf, damit die Wurzeln leichter anwachsen können.
- Baum einsetzen: Setzen Sie den Auwaldzwerg mittig in das Pflanzloch. Der Wurzelhals sollte sich etwa auf Höhe der umgebenden Bodenoberfläche befinden. Anschließend das Pflanzloch mit Erde auffüllen und diese leicht andrücken.
- Gründlich angießen: Gießen Sie den Jungbaum unmittelbar nach der Pflanzung großzügig an. Das Wasser hilft dabei, Hohlräume im Boden zu schließen und den Kontakt zwischen Wurzeln und Erde zu verbessern.
- Regelmäßig bewässern: Besonders im ersten Standjahr benötigt der Baum ausreichend Wasser. Achten Sie vor allem während längerer Trockenperioden auf eine regelmäßige Bewässerung.
- Mulch aufbringen: Eine Schicht aus Rindenmulch, Laub oder Holzhäckseln rund um den Stamm hilft dabei, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und das Wachstum von Unkraut zu reduzieren.
- Jungbaum schützen: An exponierten Standorten kann ein Stützpfahl sinnvoll sein. In Gebieten mit Wildverbiss empfiehlt sich zusätzlich ein Schutzgitter rund um den Stamm.
- Geduld haben: Auch wenn Ihr Auwaldzwerg anfangs noch klein erscheint: Mit den Jahren entwickelt sich daraus ein charaktervoller Baum, der Schatten spendet, Lebensraum schafft und die Landschaft prägt.
- Optional: Foto vom gepflanzten Auwaldzwerg machen und der Abteilung Stadtgrün schicken. Damit wir unsere Auwaldzwerge in Zukunft auch weiterverfolgen können.
Tipp: Silberweiden sind robuste und schnellwüchsige Bäume. Je besser sie in den ersten Jahren versorgt werden, desto kräftiger können sie sich entwickeln
Zeigen Sie uns Ihren Auwaldzwerg!
Wir freuen uns darauf, die nächste Generation der Villacher Auwaldriesen gemeinsam mit Ihnen wachsen zu sehen. Wer möchte, kann uns nach der Pflanzung ein Foto seines Auwaldzwerges und den Standort per E-Mail an die Abteilung Stadtgrün, E stadtgruen@villach.at übermitteln. So können wir dokumentieren, wie das Erbe der Villacher Auwaldriesen in Gärten und Grünräumen weiterlebt und über viele Jahre hinweg heranwächst. Gemeinsam machen wir sichtbar, wie aus kleinen Auwaldzwergen die Baumriesen von morgen werden.
Aktion "Lebensbäume": Bäume für Neugeborene
Die Stadt Villach startete 2019 die Aktion „Lebensbäume“ – und schenkt Eltern für jedes Villacher Neugeborene, das ab dem 1.1.2019 zur Welt gekommen ist, einen Baum.
Pro Jahr gibt es in Villach rund 500 Geburten. Für jedes Baby wird die Stadt Villach künftig einen Setzling in der Größe von rund 30 Zentimeter ankaufen. Zur Auswahl stehen Eichen, Ahorn, Buchen, Hainbuchen oder Waldkirschen. An zwei Terminen im Oktober werden die Bäume dann an die Eltern ausgegeben. Ab dem kommenden Jahr wird es weitere Ausgabe-Termine geben, je im April und Oktober (Die Eltern, die sich über einen Baum freuen dürfen, werden rechtzeitig verständigt).
Die Setzlinge können entweder ein paar Jahre lang im Topf gezogen und danach ausgepflanzt - oder gleich im eigenen Garten gesetzt werden. Bäume, die nicht abgeholt werden oder für die Eltern keinen geeigneten Platz finden, werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtgartens auf speziell definierten Flächen ausgepflanzt. Die so entstehenden Jungwälder werden mit Hinweis-Tafeln gekennzeichnet sein.
Bürgermeister Günther Albel:
„Über die Jahre werden es tausende zusätzliche Bäume sein, die in Folge dieser Aktion in Villach heranwachsen. Das ist nicht nur gut für unser Klima, sondern hat auch Symbolcharakter: Die Lebensbäume sollen die Verbindung der Menschen zur Natur über einen persönlichen Anknüpfungspunkt stärken.“
Baum-Standort
Der begrenzte Standort in der Stadt stellt sehr große Herausforderungen an den Baum. Sehr häufig hat er an seinem Standort zu wenig Platz. Die Grüninseln sind zu schmal, werden begangen oder von Autos befahren und die Bodenschichten dadurch verdichtet. Der Wurzelraum ist eingeschränkt, die Wurzelatmung aufgrund der Verdichtung mangelhaft. Sperrschichten im Boden können zu Staunässe führen. Straßenschmutz wird in die Baumscheibe eingebracht. Das Salz im Winter stört die Bodenchemie und führt weiter zu physiologischer Trockenheit. Versorgungsleitungen werden häufig in Grünstreifen verlegt, die Bäume ständig angegraben und Wurzeln gekappt. Durch Anfahrschäden von Autos und LKW's entstehen Stammverletzungen oder Astausbrüche. Der Baum steht also unter großem Stress, was die Versorgung mit Nährstoffen, Wasser und Luft betrifft und weist darüber hinaus oft Verletzungen aus unterschiedlichen Ursachen auf.
Der Stadtgarten versucht bei der Pflanzung von Jungbäumen durch ein angepasstes Baumsortiment und genaue Qualitätskontrolle Bäume für die Zukunft zu sichern und gleichzeitig dadurch die Kosten für die Pflege der Bäume in Grenzen zu halten, denn gesunde Bäume brauchen weniger Folgearbeiten. Um später aufwendige Erziehungs- und Kronenschnittarbeiten zu vermeiden werden in engen Straßenzügen Baumarten mit schmalen aufrechten Kronen gewählt, deren natürliches Wachstum sich auch ohne Schnittmaßnahme in das Straßenprofil einfügt.
Baumarten
Insgesamt finden sich in der Stadt Villach auf öffentlichem Gut an die 100 verschiedene Baumarten und -sorten.
Bei den Baumneupflanzungen versucht der Stadtgarten verstärkt auf die Anforderungen der Zukunft wie etwa den Klimawandel und alle damit einhergehenden Probleme einzugehen, denn ein Baum soll möglichst viele Jahre gesund auf seinem Standort verbringen können und für die sich verändernde Umwelt gewappnet sein. Aus Deutschland und aus Wien existieren dazu Langzeituntersuchungen und entsprechende Baumlisten für geeignete Straßenbäume der Zukunft.
Wobei die Auswahl nicht allzu groß ist, in Summe handelt es sich um ca. 30 Baumarten, die als geeignet eingestuft werden bzw. die eine ausreichend breite ökologische Amplitude aufweisen und dadurch Änderungen in der Lebensumwelt verkraften können. Dazu zählen neben der Platane auch sehr interessante Baumarten wie der Ginko, der als eine der ältesten Baumarten gilt und als fehlendes Glied in der Evolution von Nadel- zu Laubbaum betrachtet wird oder die anspruchslose Baumhasel.
Baumsicherheit und Baumkataster
Ein weiteres sehr wichtiges Thema in Bezug auf die Bäume ist die Baumsicherheit. Viele Bürger sind besorgt, dass die Straßenbäume durch Astbruch, Umknicken oder Entwurzelung Schäden an Sachgütern oder Personen verursachen könnten. Die Stadt Villach ist im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht nach §1319 AGBG für die Stand- und Bruchsicherheit ihrer Bäume verantwortlich.
Zur Wahrnehmung dieser Pflicht hat der Stadtgarten den gesamten Baumbestand in einem digitalen Baumkataster erfasst. Jeder einzelne Baum wird von sachkundigem Personal nach den geltenden Regeln und Normen in regelmäßigem Abstand auf seine Vitalität und seine Verkehrssicherheit überprüft und die Ergebnisse der Begehung gerichtsrelevant gespeichert. Im Zuge dieser Baumkontrolle werden auch alle sonstigen Baumdaten wie Baumgröße, Stammdurchmesser etc. erfasst und in der Baumkatasterdatei zentral abgelegt.
Die Kontrolle erfolgt als Sichtkontrolle vom Boden aus. Dabei werden alle sichtbaren Schäden wie Stammverletzungen, Faulstellen, Höhlungen, trockenes Holz in der Krone, Risse im Stamm, Pilzbefall etc. erhoben und hinsichtlich ihres Gefährdungspotentiales abgeschätzt. Die Schäden in Zusammenspiel mit der Vitalität des Baumes, d.h. mit der Fähigkeit des Baumes auf diese Schäden zu reagieren, ergeben eine Gesamtbewertung für die Verkehrssicherheit des Baumes und dienen als Entscheidungsgrundlage für notwendige Pflegemaßnahmen, die in Ausnahmefällen bis zur Fällung eines nicht mehr sicheren Baumes gehen können.
st die Diagnose nicht eindeutig möglich, können auch weiterführende Untersuchungen notwendig werden, z.B. die Messung der Dichteverteilung des Holzes mittels Resistographen (Bohrwiderstandsmessung), Schalltomographie, Zugversuch oder ähnliches.
Baumpflege
Bäume sind Lebewesen, die sich entsprechend ihrer genetischen Ausstattung und ihrer standörtlichen Möglichkeiten frei entwickeln. Anders als im Obstbau besteht nicht der grundsätzliche Bedarf, die Bäume ständig zu beschneiden. Allerdings werden im Lebensraum Stadt an die Bäume unterschiedlichste Herausforderungen gestellt, die sich nicht immer mit dem natürlichen Wachstum der Bäume vereinbaren lassen, z.B. muss in den Straßen das Lichtraumprofil von 4,5 m eingehalten werden oder es ergeben sich Schnittnotwendigkeiten aus Gründen der Sicherheit.
Eine professionelle auf nachhaltiges Erhalten der Bäume ausgelegte Baumpflege ist daher vielfach notwendig und wird vom Stadtgarten Villach auch nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und durch entsprechend geschultes Personal laufend durchgeführt.
Das Ziel der Baumpflege dabei ist, die Biologie des Lebewesens Baum in den Vordergrund zu stellen und die Maßnahmen darauf abzustimmen und gleichzeitig den größtmöglichen Nutzen für die Bewohner der Stadt zu erzielen, denn ein richtig gepflanzter und gepflegter Baum kann seine positiven Funktionen für den Lebensraum Stadt optimal entwickeln, verursacht langfristig weniger Kosten und auch die Sicherheit kann auf hohem Niveau gewährleistet werden.
Für Österreich gültig wird der Stand der Technik betreffend Baumpflege und -sanierung in der ÖNORM L 1120 beschrieben.
Obst- und Nutzbäume der Stadt Villach - Pflücken erlaubt!
Neben den Urban-Gardening Garten- und Beetflächen gibt es in der Stadt Villach eine Vielzahl an Obst- und Nutzbäumen, die zum öffentlichen Ernten einladen.
Die Stadt Villach ist zwar kein Obstbaubetrieb, aber schon seit vielen Jahren werden für die Bürger:innen neben den Stadt- und Straßenbäumen auch erntefähige Bäume kultiviert und gepflanzt und damit die Möglichkeit geboten, frisches, gesundes und heimisches Obst zu genießen. Die Anlage und die Pflege von Obstbäumen und Streuobstwiesen ist Teil des Bekenntnisses zur #grenzenlosgrünen Stadt und wichtiger Beitrag zu noch mehr Biodiversität. Die Anzahl der Obstwiesen in der Stadt Villach steigt jährlich, wobei der Fokus auf alten, seltenen Obstsorten liegt. Mittlerweile gibt es im Villacher Stadtgebiet bereits über 15 Streuobstwiesen.
Walnüsse und Maroni sind sehr beliebt. Die Stadt Villach pflegt aber auch Äpfel, Birnen, Ringlotten und Kirschen, es gibt Zwetschgenbäume und auch Mirabellen. Die Vielfalt der Obstbäume und vor allem der Sorten ist nahezu unerschöpflich. Zwischen Maria Gail und Rennstein können die Früchte von den gekennzeichneten Bäumen kostenlos gepflückt werden. Insgesamt sind im gesamten Stadtgebiet über 100 Bäume, die vom Stadtgarten Villach betreut werden, zur öffentlichen Ernte freigegeben und mit einer entsprechenden Banderole und Sortenschild versehen.
An folgenden Streuobstwiesen-Standorten in Villach stehen besonders viele Obstbäume zur Selbsternte:
- Auen: Karawankenweg - Höhe Haus Nr.54
- Drobollach: Drobollach Kinderspielplatz - Seeblickstraße/Lupinienweg
- Drobollach: Drobollacher Seeprominade - Höhe Haus Nr. 110
- Fellach: Obere Fellacher Straße - Höhe Haus Nr. 49
- Innere Stadt:Tirolerstraße - Höhe Haus Nr. 4
- Innere Stadt: Grünes Eck Stadtmauer im Museumsgarten
- Innere Stadt: Höhe Ossiacher Zeile Nr. 56b
- Landskron: Max-Lauritsch-Straße - Höhe Haus Nr. 87
- Lind: Steinwenderstraße beim der Geh- und Radweg-Unterführung
- Lind: Hundewiese Lind
- Lind: Höhe Neue Heimat Nr.14 – nur Beerenobst
- Maria Gail: Höhe-Anton Tuder-Straße Nr. 13
- Perau: Grünes Eck Perau – Burgenlandstraße Nr.22 – Beerenobst und Obstbäume
- Schütt: Oberschütt - Höhe Schütter Straße Nr. 115
- Seebach: Höhenweg/Peter-Melcher-Straße
- Seebach: St. Magdalener Straße - Höhe Haus Nr. 29
- Völkendorf: Franz-Pehr-Straße Ecke Millesistraße
- Wollanig: Oberwollanigerstraße/ Rennsteinerstraße
Übersicht Standorte aller Obstbäume der Stadt Villach
Alle Obstbäume der Stadt Villach, bei denen selbstpflücken nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht ist, finden Sie in unserem Baumkataster. Die "Selbsternte"-Obstbäume sind in orange dargestellt. Die jeweilige Baumsorte erfahren Sie durch Klick auf den gewünschten Baum.
Vogelschutz
Der Schutz der heimischen Vogelwelt ist auch und nicht zuletzt dem Stadtgarten Villach ein wichtiges Anliegen. Die Baumpflegearbeiten werden jahreszeitlich so organisiert, dass in der Brutzeit keine Schnitt- oder Fällungsarbeiten durchgeführt werden, sofern nicht dringende Sicherheitsfragen für die Menschen im Vordergrund stehen.
Sollte es sich trotzdem nicht vermeiden lassen, einmal während der Hauptbrutzeit im Frühjahr Schnittmaßnahmen durchzuführen, wird ein vogelkundlicher Sachverständiger der Landesregierung beigezogen, der eventuelle Bruttätigkeiten von Vögeln erkennen und die Brut entsprechend sichern und an einen Ersatzstandort verbringen kann.
Auch unsere Mitarbeiter in der Baumpflege sind auf dieses Thema sensibilisiert und nehmen soweit es möglich ist, bei ihrer Tätigkeit auf die Vögel Rücksicht. Sie können Nester sichern oder stellen ihre Arbeit ganz ein und verschieben den Baumschnitt auf die Zeit nach Auszug der Jungvögel aus dem Nest.