Beim Westbahnhof entwickeln die Österreichischen Bundesbahnen und die Stadt Villach ein innovatives Projekt: Das etwa 25.600 Quadratmeter große Westbahnhof-Areal der ÖBB soll zu einem klimaaktiven urbanen Stadtquartier mit guter Infrastruktur und kompakten Gewerbegebieten entwickelt werden.
Durch die hervorragende Lage - als Verbindung zwischen Innenstadt und Stadtrand und direkt an der Haltestelle Villach Westbahnhof gelegen - weist das Areal großes Entwicklungspotential auf. Ziel der Stadt Villach ist eine ressourcenschonende, nachhaltige Entwicklung. Am Westbahnhof Areal soll ein moderner Stadtteil entstehen, mit klarem Fokus auf sozialem Wohnbau, moderner Mobilität und attraktiven Freizeit- und Bildungsangeboten. Eine Stadt der kurzen Wege.
Städtebaulicher Vertrag unterzeichnet
Das geplante Wohnbau-Projekt beim Westbahnhof hat eine wichtige Hürde genommen: Die Stadt Villach und der Bauherr, die Österreichischen Bundesbahnen, haben im Frühjahr 2026 den sogenannten Städtebaulichen Vertrag unterzeichnet. Darin sind alle wechselseitigen Rechte und Pflichten detailliert geregelt. Unter anderem auch die finanzielle Beteiligung der ÖBB an öffentlicher Infrastruktur beim Projekt.
Dabei geht es zum Beispiel um eine öffentliche Tiefgarage, Abstellplätze für Fahrräder, die Einbindung in den Öffentlichen Verkehr, die freie Nutzung der Parkanlagen und Spielplätze (in Summe rund 4000 Quadratmeter) oder die Errichtung von acht Kindergartengruppen. „Die bisherige Zusammenarbeit mit den ÖBB verläuft vorbildlich“, sagt Bürgermeister Günther Albel.
Nächster Schritt: Ausschreibung der Bauaufträge
Die nächsten Schritte sind nun von den ÖBB zu gehen: Sie werden auf Basis des Vertrags die Bauaufträge für das insgesamt 2,6 Hektar große Areal ausschreiben. Unter anderem sind 350 bis 400 Wohnungen geplant. „Was wir fixiert haben: 40 Prozent der Bruttogeschossfläche muss für geförderten Wohnbau hergenommen werden“, sagt Albel. „Ohne die endgültigen Pläne zu kennen, kann ich sagen: Hier werden mehr als 100 geförderte Wohnungen entstehen. Eine enorme Entlastung für Villach.“ Beim Land Kärnten, wo jede einzelne Wohnung genehmigt werden muss, sind entsprechende Kontingent-Einmeldungen bereits erfolgt.
Der weitere Zeitplan
Als Baubeginn wird derzeit Ende 2027/Anfang 2028 ins Auge gefasst. Das gesamte Projekt kommt weitgehend ohne neuen Bodenverbrauch aus. Das Areal, das an die Villacher Kletterhalle anschließt, wurde in den vergangenen Jahrzehnten von den ÖBB als Lager- oder Abstellplatz für Waggons genutzt. Dadurch, dass ein relevanter Teil der Fläche in öffentlich zugängliche Parkanlagen mit neu gepflanzten Bäumen umgewandelt wird, wird es sogar zu einer Verbesserung der örtlichen Begebenheiten kommen.
Was bisher geschah:
Bereits mit dem Ideenwettbewerb Europan 15, der gemeinsam mit der Stadt Villach ausgelobt wurde, wurde eine Vision für eine mögliche Gestaltung des Areals entwickelt. Das Siegerprojekt dient als das Fundament für vertiefende Planungen. In der Detailplanung liegt der Fokus der ÖBB in Zusammenarbeit mit Expert:innen der Stadt Villach auf den Themen Energieinfrastruktur, Mobilität und dem Freiraumkonzept. So werden etwa rund 10.000 m² Grünraum entstehen, wobei 4.200m² bodengebunden und der Rest nutzbare und begrünte Dachfläche darstellt.
Energieeffizientes Stadtviertel
In Workshops wurden mit der KELAG bereits Ideen und Ansätze diskutiert, die das Projekt Villach Westbahnhof in Sachen Energieinfrastruktur zu einem Vorzeigeprojekt machen sollen. Somit wurde ein wichtiger Player ins Boot geholt, um gemeinsam Stadtentwicklung weiterzudenken und ein energieeffizientes Viertel mit einem geringen CO2-Abdruck zu schaffen. Dieser Ansatz soll in einem weiterführenden Förderprojekt vertieft werden.
Daten und Fakten:
- Grundstücksgröße: 25.641 m²
- Bruttogeschoßfläche: 39.200 m²
- geförderter & freifinanzierter Wohnbau: 26.900 m²
- Gewerbe, Produktion & Dienstleistung: 12.300 m²
- Anzahl Parkplätze: 700
- Anzahl der Fahrradabstellplätze: 810
- Grünraum bodengebunden: 4.200 m²
Nutzbare und begrünte Dachflächen: ca. 6.000 m²
Fünf Großprojekte in Villach
Das neue Stadtviertel beim Westbahnhof ist das dritte Viertelprojekt in Villach und wird voraussichtlich ab 2027/2028 umgesetzt. Das erste, das sogenannte "MaxPalais" in der Bahnhofstraße, wurde 2023 fertiggestellt. Es besteht aus über 100 Wohnungen, einem Hotel, einem Ärztezentrum, einem Kindergarten, tausenden Quadratmetern Geschäftsflächen, einer Tiefgarage und neuen Grünflächen. Mit dem Marktprojekt wird das zweite Viertelprojekt in Villachs Innenstadt demnächst Realität. Das Nikolai Quartier-Projekt ist das vierte große stadtplanerische Vorhaben in Villach. Und im Stadtteil Perau entsteht der „Ludwig Walter Park“. Auf dem seit Jahrzehnten versiegelten Gelände eines einstigen Einkaufszentrums entsteht in Zukunft eine nachhaltige Wohnanlage - mit 450 barrierefreien Wohnungen.
Erste Darstellungen zeigen, wie die seit langem ungenützten und nicht begrünten 25.000 Quadratmeter beim Westbahnhof für leistbares Wohnen verwendet werden können: